Kryptowährungen – Zwischen Licht und Schatten

Gibt es eigentlich jemanden, der nicht über Bitcoins redet? Obwohl es sich dabei nur um eine von unendlich vielen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain handelt, beherrscht das Thema bis heute die Finanzmedien. Daran wird sich in Zukunft auch nicht viel ändern. Der gesamte Markt bewegt sich in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Es geht um ein transparentes Wirtschaftssystem und um eine gemeinsame Kontrolle anstelle von externen Instanzen. Dezentral ist das Wort der Stunde und so wundert es auch keinen, dass ICOs gerade Hochkonjunktur erleben. Leider sind die schwarzen Schafe nicht weit und glauben Sie mir, es gibt sie.

Der Betrug mit der verpassten Chance

Bitcoin

Bild: Darauf hoffen viele in der Szene. Bitcoin und Co sollen zügig zum Erfolg verhelfen. Quelle:Cinestock.de

Lamborghini konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 um die zehn Prozent mehr an Autos verkaufen. Zurückzuführen ist das auf die ganzen Bitcoin- und Crypto-Millionäre. Letzteres stimmt natürlich nicht, aber wer einen Blick in seine Facebook-Timeline riskiert, bekommt genau diesen Eindruck. Nur leider verdienen diese Leute nicht ihr Geld übers Trading von Kryptowährungen, sondern durch das vermitteln von Konten oder verkaufen von Produkten. Selbst damit ist nur eine Handvoll wirklich erfolgreich. Neunzig Prozent der Trader sind nicht erfolgreich an der Börse. Warum soll das beim Handel mit Bitcoin und co anders sein. Gibt es dort keine Emotionen? Verhält sich der Mensch dort rational und nimmt Gewinne nicht zu früh mit und begrenzt diszipliniert seine Verluste? Woher ich das weiß? Ich habe eine große Marketingagentur mit zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr aufgebaut und bin seit einem Jahrzehnt an der Börse aktiv. Ich kenne beide Branchen also sehr gut.

Krass wie sich der Bitcoin 2017 entwickelt hat. Hättest du zum 01.01.2017 zehn Bitcoins zum Kurs von 930 Euro gekauft, wären daraus zum 31.12.2017 rund 116.000 Euro geworden. Das entspricht einer Steigerung von 1150 Prozent. Das wäre ein Lehrbuchtrade gewesen. Nur hat die Theorie mit der Praxis nicht viel zu tun. In diversen Facebook-Gruppen haben sich die Mitglieder gegenseitig zu IOTA gepusht und von Höchstständen geträumt. 100 Euro soll der Coin bis zum Jahresende 2018 wert sein. Aktuell dümpelt er bei einem Euro herum. Schöne heile Crypto-Welt. Ach ja, wenn du zum 01.01.2018 zehn Bitcoins zum Preis von 112.360 Euro gekauft hättest, dann wäre dein Investment zum 25.03.2018 auf 68.480 Euro geschrumpft. Eine Performance von -39 Prozent. Jeder vernünftige Investor hätte hier schon die Reißleine gezogen, bzw. hätte auf so einem hohen Niveau niemals zugeschlagen. Aber so ist das eben, wenn die Dumb-Money auf der Suche nach dem schnellen Geld ist.

Es gibt keine verpassten Chancen. Es kommen hunderte neuer Gelegenheiten auf dich zu. Bevor du in den Markt investieren möchtest, musst du dich um deine Ausbildung zum Trader kümmern. Ein sehr umfassendes Angebot, mit über 240 Videos bietet dir zum fairen Preis die TRADEMY Trading Akademie an.

ICO - Geld von Doofen

Über einen ICO wollen die Initiatoren einer neuen Cryptowährung schnell und unbürokratisch Risikokapital einsammeln. Dagegen ist nichts einzuwenden und es gibt durchaus spannende ICOs mit Visionären die dahinterstehen. Meiner Meinung nach ist das aber die Ausnahme. Ich habe mich in diesem Jahr bereits mit zwei Personen getroffen, die einen ICO planen. Als ich nach deren Beweggründe gefragt habe, wurden meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Um Visionen ging es da schon lange nicht mehr, sondern einzig und alleine ums Geld. Richtig gehört, viele Sammeln Geld ein, um damit den großen Reibach zu machen. Übrigens kann bei einem ICO heute auch jeder mitmachen, unabhängig von den Qualifikationen. Geht ganz einfach, schreibe mal einige bevorstehende ICOs an. Die nehmen jede Hilfe dankend an. Du bleibst dabei nur auf der Strecke, aber das ist ein anderes Thema.

Einige ICOs bieten ein sogenanntes Whitepaper an. Die darin enthaltenen Informationen werden nicht durch eine externe Aufsichtsbehörde geprüft. Hier solltest du vor dein Investment alles genaustens hinterfragen. Weil die Regierungen sich dieses Spiel nicht mehr lange anschauen werden, switchen manche namentlich auf „Crowdsale“ oder „Spende“ um. Die BaFin warnt bereits vor der Komplexität, den unzureichenden Informationen, dem fehlenden Schutz und dem hohen Verlustrisiko. Nochmal, prüfe alle Fakten ganz genau und suche nach Widersprüchlichkeiten.

Titcoin, Pizzacoin, Spacecoin, Piplcoin und Titticoin oder wenn Gier dein Hirn frisst

Titcoin

Bild: Der Titcoin stellt eine weitere Cryptowährung im Adult-Bereich dar und die Marktkapitalisierung beträgt über 313.000 US-Dollar. Wer investiert in solche Dinge? Alleine die Website ist so schlecht, dass einem doch Fragen über Fragen in den Kopf schießen müssen.

Der Pizzacoin wird noch als Cryptowährung geführt und besitzt eine Marktkapitalisierung von 2.229 USD. Zwischenzeitlich schaffte es der Coin Mitte 2017 auf eine Kapitalisierung von 14.000 USD. Seltsam nur, dass die Website nicht erreichbar ist. Vielleicht denkst du dir jetzt: Einzelfall. Werfen wir einen Blick auf den Spacecoin. Immerhin liegt hier die Kapitalisierung bei 208.000 US-Dollar. Mal abgesehen davon, dass die Website eine Katastrophe ist, ist die Seite mit den Spezifikationen nicht erreichbar. Jetzt mal ehrlich, traust du Leuten dein Geld an, die mit der komplexen Blockchain arbeiten, aber nicht einmal eine vernünftige Website auf die Beine stellen können. Vertraue deinem Menschenverstand, der bewahrt dich vor solchen Fehlinvestments. Du must nur auf ihn hören. Werfen wir einen Blick auf den Titticoin. Ein Zahlungsmittel auf einer Insel die noch unbebaut ist. Das soll sich aber durch das Investment der Crowd ändern. Die Kapitalisierung: 778.000 US-Dollar. Wie blauäugig Menschen investieren. Es ist mir schleierhaft. Hat jemand diese Insel besucht? Sind die Gründer vertrauenswürdig? Die Zeichnungen auf der Website zum Bauvorhaben sehen alles andere als professionell aus. Ebenso ins blaue wird beim Piplcoin investiert. Der Coin wird innerhalb einer Jobvermittlungsplattform genutzt. Problem ist nur, dass es die Plattform noch nicht gibt. Sie soll im ersten Quartal 2018 online gehen. Die Marktkapitalisierung schafft es schon auf 1,9 Millionen US-Dollar. Das ist ja fast zu einfach.

Mein Fazit zum Hype um die Blockchain

Die Blockchain und deren unendlichen Anwendungsmöglichkeiten beeindrucken mich. Vom verwalten von Bildrechten bis hin zur Überwachung der Lieferkette gibt es nichts, was es nicht gibt. Ob es sich beim Bitcoin um die bessere Alternative zum Fiatgeldsystem handelt, möchte ich bezweifeln, aber mit Sicherheit zum Tor zu den anderen Kryptowährungen. Bevor du in einen Wert investierst, prüfe die Website. Suche nach Informationen und Google die Währung. Einfach ausgedrückt: Befasse dich mit deinem Investment. Bleibe auf dem Boden und HODL dich nicht in den Ruin. Wenn du das beachtest, hast du auch eine Menge Spass am Kryptomarkt, denn es gibt in der Tat auch viele pfiffige Ideen.

In diesem Sinne,

dein Martin Brosy

0
0
0
s2smodern