Kryptowährungen und die Steuer

Bitcoins, Altcoins und andere Kryptowährungen sind unter Umständen steuerpflichtig!

Um die Frage, ob Bitcoins und Co steuerpflichtig sind zu beantworten, müssen wir uns zuerst einmal herausfinden, was sind Kryptowährungen überhaupt und wie sieht diese der Staat. Die Antwort hierauf ist sogleich die Antwort auf die Frage, ob und wie Kryptowährungen versteuert werden müssen.

Die BaFin (Bundesanstalt für Finazndienstleistungsaufsicht) hat Kryptowährungen speziell Bitcoin als Währung besser gesagt als Rechnungseinheiten deklariert, besser bekannt als "Devisen". (Quelle:BaFin zum Thema Kryptowährungen) Jedoch werden Kryptowährungen als nicht abnutzbare immaterielle Wirtschaftsgüter gesehen, die Behandlung erfolgt jedoch trotzdem analog zu den Fremdwährungen für private Veräußerungsgeschäfte. (siehe § 23 EStG)

Der erste Kauf

Zu den wichtigen steurlich relevanten Daten gehört der Zeitpunkt und der Wert des Einkaufs der digitalen Währung. Diese Daten benötigen wir spätestens bei der Einkommensteuererklärung zum Jahresende. Zudem ist der Zeitpunkt des Kaufs einer Kryptowährung für die Steuerfreiheit wichtig!

Das erste Jahr ist steuerfrei! Ein Mhytos?

Das Wort "steuerfrei" hören wir natürlich gerne. Im Internet wird viel darüber diskutiert, dass Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen steuerfrei sind, wenn man die eingekaufte Währung mindestens ein Jahr lang hält. Das ist nicht ganz unrichtig, aber lese bitte dazu mehr in diesem Artikel.

Gewerblicher Handel oder Handel mit dem Privatvermögen?

Im Grunde ist der gelegentliche Handel an Kryptobörsen ersteinmal privater Natur und wird steuerlich als sonstige Einkünfte erfasst. Besser bekannt ist diese Art der Geldanlage als "Vermögensverwaltung". Eine Gewerbeanmeldung ist hierfür nicht nötig. Ob und wann ein Handel mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen gewerblich wird, kann nicht pauschal beantwortet werden und muss im Einzelfall geprüft werden. Hierzu ist dir dein Steuerberater sicherlich behilflich. Könntest du evtl. von den Einnahmen deiner Aktivitäten auf Kryptobörsen leben deutet vieles daraufhin, dass du gewerblich handelst. Zu diesem Zeitpunkt sollte man spätestens einen Steuerberater aufsuchen.

Gewinne aus der privaten Vermögensverwaltung

Die Gewinne aus dem Handel mit Bitcoin & Co. sind steuerfrei, wenn zwischen dem Tag des Kaufs und der Veräußerung der Coins mindestens ein Jahr liegt. (Ein Jahr wird beim Finanzamt mit 365 Tagen deklariert). Solltest du also nun deine Kryptowährungen innerhalb dieses Zeitraums mit einem Gewinn veräußern, so musst du diesen Gewinn beim Finanzamt als Einnahme versteuern. Gebühren für Transaktionen kannst du natürlich von deinem Gewinn abziehen. Beachte bitte, dass es eine Freigrenze von 600 Euro gibt, die ebenfalls steuerfrei ist. WICHTIG: Sobald die Höhe des Gewinnes 600 Euro übersteigt ist ab einem Gewinn von 601 Euro der komplette Betrag steuerpflichtig! Die Freigrenze fällt somit komplett raus!

Wir halten fest: Der Verkauf von digitalen Währungen ist dann steuerpflichtig, wenn der Kauf und der Verkauf innerhalb eines Jahres (365 Tage) erfolgt. Hier kommt der § 23 EStG zur Anwendung, der auch beim Kauf und Verkauf von Immobilien Anwendung findet. Im Fachjargon handelt es sich also um ein privates Veräußerungsgeschäft. Dieses Veräußerungsgeschäft ist dann steuerpflichtig, wenn also zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als ein Jahr liegt, aber auch nur wenn die Freigrenze von 600 Euro überschritten wird. Bei der Freigrenze gilt, wenn sie überschritten wird, dann fällt sie weg. Das heißt, im Umkehrschluss zum Freibetrag ist ab 601 Euro nicht 1 € steuerpflichtig, sondern die kompletten 601 Euro.

Beispielrechnungen

Nicht steuerpflichtig: (1-Jahres-Regel)

01.01.2017: Kauf von 1 Bitcoin im Wert von 10.000 Euro

02.01.2018: Verkauf von 1 Bicoin im Wert von 15.000 Euro

In diesem Fall wurde ein Gewinn in Höhe von 5.000 Euro erzielt. Dieser Gewinn ist von der Steuer befreit, da zwischen dem Kauf und dem Verkauf mindestens 365 Tage liegen.

Steuerpflichtig

01.01.2017: Kauf von 1 Bitcoin im Wert von 10.000 Euro

05.10.2017: Verkauf von 1 Bitcoin im Wert von 13.500 Euro

In diesem Fall wurde ein Gewinn in Höhe von 3.500 Euro erzielt. Dieser Gewinn ist steuerpflichtig, da zwischen dem Kauf und dem Verkauf keine 365 Tage liegn.

Nicht steuerpflichtig: (600 Euro Freigrenze)

01.01.2017: Kauf von 1 Bitcoin im Wert von 10.000 Euro

09.06.2017: Verkauf von 1 Bitcoin im Wert von 10.600 Euro

In diesem Fall wurde ein Gewinn in Höhe von 600 Euro erzielt. Dieser Gewinn ist steuerfrei, da er unterhalb der Freigrenze von 600 Euro liegt. ABER: Es dürfen im Abrechnungsjahr in diesem Beispiel keine Gewinne mehr durch digitale Währungen erzielt werden. Wie oben bereits angesprochen, enfällt die Freigrenze von derzeit 600 Euro, sobald dieser Wert überschritten wird.

In den Beispielrechnungen für die Berechnung der Steuer auf den Handel mit Kryptowährungen sind keine Gebühren entgegengesetzt. Diese darfst du aber steuerlich geltend machen, bzw. von deinem Gewinn abziehen, den durch die Gebühren der Börsen mindert sich dein Gewinn und somit die Steuerlast.

Fazit: Besteuerung von Kryptowährungen

Führe am allerbesten Buch über deine Handelsaktivitäten. Viele Kryptobörsen stellen dir hierfür diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Auf Binance z. B. könnt ihr euch einen Bericht herunterladen, auf welchem sämtliche Ein- und Verkäufe vermerkt sind. Damit bist du immer auf der sicheren Seite, sollte das Finanzamt einmal Rückfragen zu den Einnahmen haben. Zeitgleich könnt ihr dann auch eure Steuerfreiheit beweisen, sollte das Finanzamt eure Einkommensteuererklärung nicht akzeptieren oder beanstanden.

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